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Taktisches Nein zur Kreisreform

Die Gegner der Kreisreform in Brandenburg bekommen Zulauf. Die Grünen im Landtag drohen erstmals mit einem Nein bei der geplanten Abstimmung. Oliver Haustein-Teßmer

Mehr als ein bisschen Rebellentum ist das zunächst nicht: Selbst ohne grüne Stimmen hätte die rot-rote Regierungskoalition in Potsdam eine Mehrheit für das umstrittene Vorhaben.

Aber dennoch ist dieses mögliche Nein ein Signal. Die Partei begründet ihre Wende mit der verzögerten Funktionalreform. Dabei geht es um die Frage, wie in größeren Kreisen künftig Aufgaben auf Gemeindeebene gelöst werden. Der Einwand ist zwar richtig: Ohne funktionelle Änderungen machen Großkreise keinen Sinn. Aber im Hintergrund wirkt wohl die Erkenntnis, dass die Reform zu wenige Anhänger und zu viele Gegner hat, die bald das Volksbegehren dagegen gewinnen könnten. Mit einem Ja macht man sich kaum neue Wähler zu Freunden. Das angekündigte Nein könnte also etwas mit der anstehenden Bundestagswahl zu tun haben.

oliver.haustein-tessmer@lr-online.de