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Kommentar Facebook und die Daten
Stunde der Wahrheit

FOTO: Frank Herrmann
Facebook ist ein am Gewinn orientiertes Unternehmen, kein sozialer, globaler Wohltäter. Auch wenn Mark Zuckerberg gern die Pose des guten Freundes annimmt, der angeblich nichts anderes will, als Menschen in aller Welt zu vernetzen, so ändert das nichts am Kern seines Geschäftsmodells. Es geht darum, aus Nutzerdaten klingende Münze zu schlagen, sie an die Werbebranche zu verkaufen, damit Letztere die Reklametrommel mit höherer Effizienz rühren kann. Frank Herrmann

Der Ansatz ist so alt wie die Marke Facebook, nur hat man seine Schattenseiten gerade in Amerika lange verdrängt. Lange war Zuckerberg so etwas wie der Prophet der Zukunft, an dessen Lippen man hing, wenn er seine Sprüche klopfte. Sein Netzwerk, hat er vor Jahren einmal gesagt, sei eigentlich keine Firma, vielmehr sei es gegründet worden, um sich einer Mission zu widmen – der Mission, die Welt offener zu machen.

Das war gestern. Nun hat der Skandal um Cambridge Analytica eine Welle ins Rollen gebracht, deren Folgen noch nicht absehbar sind. Und es beginnt weh zu tun. Wenn etwa der Pensionsfonds der Stadt New York, der viertgrößte der USA, auf personelle Änderungen an der Konzernspitze drängt, dann ist das ernstzunehmen. Dass der Börsenkurs nach jahrelangem Höhenflug drastisch fällt, allein das zwingt ein börsennotiertes Unternehmen wie Facebook zum Handeln, ganz abgesehen vom Druck der Politik. Wenn man so will, schlägt gerade die Stunde der Wahrheit. Ob dies auch ein Wendepunkt ist, wird sich zeigen.

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