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| 19:20 Uhr

Kolumne Post aus Potsdam
Abschied und Neubeginn

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Im Potsdamer Landtag ist eine Zeit des Wechselns angebrochen: Neue Abgeordnete beziehen ihre Büroräume, die Fraktion von BVB/Freie Wähler zum Beispiel. Sie ist künftig in den ehemaligen Räumlichkeiten des Landesrechnungshofs untergebracht, in der dritten Etage des Landtagsgebäudes.

Andere Kollegen kämpfen noch mit den Schlüsselchips für die Sicherheitstüren im Gebäude oder wundern sich, dass man im Landtag nicht einfach so ein Bild an die Wand des eigenen Büros hängen darf oder jeder Wasserkocher technisch überprüft sein muss. Ganz so wie damals, als das Parlament vom alten Brauhausberg ins neue Stadtschloss umzog.

Und alte Abgeordnete, die nicht wieder zur Wahl angetreten waren, oder nicht wiedergewählt wurden, verlassen nun das Gebäude, das ihnen die letzten fünf Jahre über als Arbeitsplatz diente. Die Potsdamer Abgeordnete Klara Geywitz etwa lud Mitarbeiter und Freunde noch einmal zu einem kleinen Empfang im Erdgeschoss des Landtags ein. Auch die Lausitzerin Heide Schinowsky hat ihr Büro schon ausgeräumt, künftig wird Isabell Hiekel aus Byhlegure darin Platz nehmen. Den größten Abschied aus dem Landtag allerdings hatte Ralf Christoffers, der bisherige Fraktionsvorsitzende der Linken. Und der geschah ganz ungeplant.

Denn in der vergangenen Woche, als Ingo Senftleben seinen Rücktritt angekündigt hatte, hatte die CDU zu einem Pressetermin vor das Hauptportal des Landtags eingeladen. Und wie es dann so ist, bauten sich die Kameras von rbb und ZDF vor dem Gebäude auf, dazu die Kollegen der schreibenden Zunft. Gleichzeitig machten sich die CDU-Vertreter auf den Weg nach draußen – doch bevor sie bei den Kameras ankamen, kam Ralf Christoffers über den Innenhof des Landtags und durch das Fortunaportal. Er hatte eine Kiste unter dem Arm, in die er seine letzten Habseligkeiten aus dem Büro gepackt hatte. Von dem Pressetermin und den aufgebauten Kameras ahnte er nichts – sein Gesichtsausdruck zeugte von völliger Überraschung. Aber manchmal gibt es eben selbst im Landtag eine Koinzidenz der Ereignisse...