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| 16:34 Uhr

Kommentar zu möglichem Strukturbruch
Dieses Horror-Szenario darf nicht eintreten

 Oliver Haustein-Teßmer
Oliver Haustein-Teßmer FOTO: LR / Sebastian Schubert
Cottbus. Ein beschleunigter Kohleausstieg kann für die Lausitz einen erneuten Niedergang bedeuten, sagen Wissenschaftler. Dabei haben es Bundespolitiker jetzt in der Hand, dass es in der Region auch besser laufen kann als im Strukturbruch der 1990er-Jahre. Von Oliver Haustein-Teßmer

Wirtschaftsforscher aus Halle rechnen damit, dass gut ausgebildete Erwerbstätige bei einem Kohleausstieg bis 2035 aus der Lausitz abwandern. Sie schlagen Umzugsbeihilfen an künftige Arbeitsmigranten vor. Die Lausitz droht auszubluten. An guten Kohle-Jobs hängen Umsätze und Einkommen anderer: Bäckerin, Autoverkäufer, Erzieher, Lehrerin oder Handwerker. Die Lausitzer kennen einen solchen Niedergang aus den 1990er-Jahren. Wenn die Bundespolitik jetzt unüberlegt handelt, Fehler wiederholt und Milliarden in neue Radwege, Aussichtstürme und vage Projekte versenkt, kann ein solches Szenario eintreten.

Muss es aber nicht. Infrastrukturmaßnahmen, unabhängig von langwierigen Bundes- und Landesplanungen, großzügige Investitionen in Wissenschaft, Förderung etablierter und neuer Unternehmen – das würde einen Strukturbruch abmildern.

Wer den Kohleausstieg beschleunigen will, darf nicht zögern, Menschen in den Revieren zu helfen. Genau hier muss ein Maßnahmengesetz des Bundes ansetzen.

oht@lr-online.de