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| 20:07 Uhr

Harsche Kritik von Politik und Gewerkschaften
Neuer Mittelstand braucht Zeit

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR
Die Empörung ist groß, zu Recht. Der Siemens-Konzern steht wirtschaftlich gut da. Die Gewinne sind gut, die Aussichten ebenso. Trotzdem will Siemens die Turbinenwerke in Görlitz und Leipzig schließen und das Werk in Erfurt wahrscheinlich verkaufen. Weltweit sollen gut 7000 Stellen wegfallen, die Hälfte davon in Deutschland – und die Hälfte davon wiederum im Osten.

Einmal mehr hat die ostdeutsche Politik im Bunde mit Arbeitnehmervertretern eine Werkschließung nicht verhindern können. Einmal mehr macht sich Ohnmacht breit gegenüber Entscheidungen, die weit weg getroffen werden. Und einmal mehr wird klar: Die Zeit der großen Unternehmensansiedlungen ist vorbei. An ihre Stelle muss ein ortsverbundener Mittelstand treten, der internationale Märkte bedient, aber trotzdem den Mitarbeitern und der Region verbunden ist. Mittelstandsfirmen legten letztlich die Basis des Wachstums in Boom-Regionen wie Baden-Württemberg oder NRW – und viel früher auch in den ostdeutschen Industriezentren, die jetzt bangen müssen. Doch dieser Mittelstand muss wachsen, das braucht Zeit.
politik@lr-online.de