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| 19:52 Uhr

Theaterskandal in Cottbus
Rücktritt von Intendant Martin Schüler ist folgerichtig

Oliver Haustein-Teßmer
Oliver Haustein-Teßmer FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus. Im Konflikt um den cholerischen Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ zieht der Chef am Staatstheater Cottbus, Martin Schüler, die richtige Konsequenz: Er geht. Allerdings steht die Spitze der Brandenburgischen Kulturstiftung ebenfalls schlecht da. Von Oliver Haustein-Teßmer

Der Intendant des Staatstheaters Cottbus, Martin Schüler, hat seinen Rücktritt angekündigt. Das ist folgerichtig. Schüler hat es versäumt, auf Hinweise aus dem Orchester und der Sänger zu reagieren und den unbeherrschten Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ aus dem Verkehr zu ziehen. Stattdessen könnte Christ mit seinem vor kurzem bis 2024 verlängerten Vertrag den Steuerzahlern weiter auf der Tasche liegen. Da ist es respektabel, dass Schüler, ebenfalls mit gut sechs Jahren Vertragslaufzeit ausgestattet, von sich aus gehen will.

Der Theaterskandal lässt die Brandenburgische Kulturstiftung mit Ministerin Martina Münch (SPD) an der Spitze in schlechtem Licht erscheinen. Der Stiftungsrat hat die Verträge der Chefs verlängert, als das Ensemble und deren musikalischer Leiter sich bereits entzweit hatten. Der Rat setzte auf Aussöhnung und wollte Christ behalten, statt dessen Mitarbeiter zu schützen. Anerkannter Künstler hin oder her: Ein ausfälliger Choleriker kann das Ensemble nicht weiterführen.

Die Nachfolgen müssen schnell geregelt werden. Cottbus braucht ein hervorragendes Staatsheater, das Aushängeschild für die vielerorts schlecht angesehene Stadt sein sollte. Die Kulturstiftung darf sich keine Fehlbesetzungen erlauben.