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| 18:49 Uhr

Kommentar
Ruhig bleiben, Genossen

Werner Kolhoff
Werner Kolhoff FOTO: LR / Redaktion
Führungswechsel hat die SPD genug gehabt und mit jedem ging es nur weiter abwärts. Das ist keine Option. Und wenn die Partei jetzt noch lauter sagt, wie doof das Bündnis ist, in dem sie täglich mitregiert, wird das auch nicht helfen.

Es gibt keine schnelle Antwort auf das Bayern-Desaster. Ohnehin gilt es die Hessen-Wahl in zwei Wochen abzuwarten, weil danach die Welt vielleicht wieder anders aussieht. Kurzfristige Bauch-Entscheidungen haben bisher schon genug Unheil angerichtet. Zuletzt war es die vom linken Flügel betriebene Kampagne, dass Maaßen weg müsse und Seehofer gleich mit. Was, wie sich gezeigt hat, beides außerhalb der Macht der Partei lag und in die Irre führte.

Die SPD muss sich strategisch positionieren. Das braucht Teamgeist und einen kühlen Kopf, beides nicht gerade verbreitet in der Partei. Konkret heißt das, die begonnene Arbeit an der inhaltlichen Neuausrichtung zu beschleunigen. Die Zukunft von Arbeit, Sozialstaat und Umwelt müssen nach vorne. Es heißt aber auch, den Ausstieg aus der Groko, wenn man ihn denn will, vorzubereiten und gut zu begründen. Eine Wahlniederlage oder Unwohlsein in Gegenwart von Horst Seehofer reichen da nicht. Es ist doch so: Merkel hat fast so große Schwierigkeiten wie Nahles. Mit Merkels Abgang käme die Union in erhebliche Turbulenzen. Neuwahlen könnten für die SPD dann eventuell eine Chance sein. In einem Jahr. Jetzt wären sie mit Sicherheit ein Desaster.

politik@lr-oline.de