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| 19:00 Uhr

leitartikel zu: Die SPD feiert 19 Prozent
In Summe bleibt linkes Lager stabil in der Minderheit

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Das ging ja flott: Erst vor wenigen Tagen hat die SPD ihr Sozialstaatskonzept vorgelegt, nun gehen ihre Werte gleich in drei Umfragen in die Höhe. Bei Infratest und auch bei Forsa gewinnen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte und landen bei 17 Prozent.

Emnid sieht die SPD sogar bei 19 Prozent und damit wieder auf Platz zwei vor den Grünen. Es soll Genossen geben, die angesichts solcher Werte schon eine Trendumkehr ausmachen wollen. Sie sollten erst einmal durchatmen. Aus drei Gründen.

Erstens: Niemand weiß, was genau wir da eigentlich sehen. Wenn Statistiker in der Sonntagsfrage zwei Prozentpunkte mehr messen als in der Woche zuvor, dann kann es einen Anstieg gegeben haben. Genauso gut lässt sich solch eine Entwicklung aber durch Ungenauigkeiten erklären. Sicher: In diesem Fall liegt die Vermutung nahe, dass sich die Ausschläge in den Sonntagsfragen mit dem Feuerwerk an programmatischen Ideen erklären lassen, das die SPD zuletzt gezündet hat. Ob das aber wirklich der Beginn eines Trends ist, ist - zweitens: - alles andere als ausgemacht. Bislang lässt sich an den Umfragen nur ablesen, wie sprunghaft Umfragen eben so sind. Sie können sich schnell drehen, in die eine und in die andere Richtung. Völlig zu recht warnt Kevin Kühnert schon seit Monaten davor, „jedes demoskopische Lüftchen bereitwillig zum Rückenwind für die präferierte Position hochzujazzen“.

Doch selbst wenn der erste und zweite Grund nicht greifen, ergibt sich für die SPD aus den Umfragen ein drittes Problem. Ihr Wachstum geschieht derzeit auf Kosten der Linkspartei oder der Grünen. In der Summe bleibt das linke Lager stabil in der Minderheit. Eines ist jedoch bei allen Unsicherheiten klar: Von dort aus wird sie das Sozialstaatskonzept nicht umsetzen können.⇥politik@lr-online.de