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| 10:59 Uhr

Am Rande
Sorben? Wenden? Sorbenwenden!

Torsten Richter-Zippack
Torsten Richter-Zippack FOTO: Steffen Rasche
In der Lausitz leben rund 60 000 Sorben/Wenden. Zwei Drittel sind in Sachsen zu Hause, insbesondere im Städtedreieck Bautzen, Kamenz, Wittichenau sowie um Hoyerswerda und im Schleifer Kirchspiel.

Das übrige Drittel siedelt in Brandenburg, dort vorzugsweise nördlich von Cottbus. Im Freistaat stellen die Sorben/Wenden 0,9 Prozent der Gesamtbevölkerung, beim Nachbarn sogar nur 0,8 Prozent. Und dennoch sind die Sorben/Wenden in aller Munde. Allerdings nicht nur wegen ihrer Folklore. Sondern aufgrund ihrer eigenen Bezeichnung. Sorben in der Oberlausitz? Wenden in der Niederlausitz, wie hierzulande viele glauben? Oder Sorben/Wenden, wie im Gesetz vermerkt? Warum eigentlich nicht Sorberwenden? Bereits vor über 250 Jahren benutzte Christian Knauthe, einer der bedeutendsten Oberlausitzer Heimatforscher, diesen Alternativbegriff. Mehr noch: Längst sind sich die Wissenschaftler einig, dass Sorben und Wenden zwei Begriffe sind, die das Gleiche meinen. Und zwar ein winziges Volk, das seit einer geschätzten Ewigkeit um eben diese Worte streitet. Sorben? Wenden? Warum künftig nicht Sorberwenden beziehungsweise Sorbenwenden?