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| 19:08 Uhr

Post aus Potsdam
Sommertour auf hoher See

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Ende kommender Woche ist es so weit: Im Brandenburger Landtag werden die Stühle hochgestellt, die parlamentarische Sommerpause beginnt. Bis zur letzten Augustwoche gibt es im Landesparlament dann keine Ausschuss- und Fraktionssitzungen, von Plenartagungen ganz zu schweigen. Von Benjamin Lassiwe

Viele Abgeordnete werden die Ruhe in diesem Jahr ganz besonders genießen: Während in der jüngsten Sommerpause der Bundestagswahlkampf anstand, gibt es statt einer Sommerpause nächstes Jahr den sommerlichen Landtagswahlkampf.

Und ein Parlamentarier setzt in den nächsten Monaten sogar die Segel: Der Verkehrspolitiker der Grünen, Michael Jungclaus, nämlich will mit seinem Segelboot, der 30-Fuß-Jacht Daphne, die Ostsee umrunden. Schon vor 15 Jahren hatte der Abgeordnete, der bei den nächsten Landtagswahlen nicht mehr kandidieren will, den Hochseesegelschein gemacht. Im vorigen Jahr erfüllte er sich einen Traum: Vom jahrelang gesparten Geld kaufte er sich das aus Schweden stammende Segelschiff. Und den jüngsten Winter verbrachte er die spärliche freie Zeit damit, das 30 Jahre alte Schiff instand zu setzen. Nun will Jungclaus zur ersten großen Reise aufbrechen – und dabei sich und seiner Politik durchaus treu bleiben.

Auch wenn es seine letzte Sommerpause ist: Der Abgeordnete wäre wohl kein Abgeordneter, hätte er nicht in jedem Hafen einen Termin vereinbart, der sich um Verkehrspolitik dreht. In Kopenhagen etwa will er sich über die Radverkehrsstrategie der Stadt informieren, und das Ganze als Vorbereitung für einen entsprechenden Antrag nutzen, den er im Herbst in den Landtag einbringen will. In Helsinki soll es um selbst fahrende Busse gehen, die dort seit einiger Zeit im öffentlichen Verkehr unterwegs sind. Und in Tallinn will sich Jungclaus über die Digitalisierung informieren und sehen, was er von dort als Inspiration nach Brandenburg mitbringen kann. Nur auf eine einzige Sache will Jungclaus während seiner Segeltour so weit wie möglich verzichten: auf den Motor, der möglichst nur zum Einlaufen in die Häfen eingeschaltet werden soll. Denn dieser Bootsmotor läuft nun einmal mit Diesel – und das passt bekanntlich gar nicht zu einer grünen Sommertour.