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| 19:27 Uhr

Kommentar Seehofer als Sündenbock der CSU
Söders perfides Spiel

Von Claus Liesegang
Von Claus Liesegang FOTO: MOZ / nicht bekannt
Horst Seehofer albträumt wohl immer noch, dass ihn Markus Söder als Ministerpräsident beerbt hat. Früh hatte er geahnt, dass der fränkische Widersacher das Zeug zum bayerischen Königsmörder hat. Von Claus Liesegang

Doch es kam noch viel schlimmer. Als der oberbayerische Hüne schon aus dem Freistaat verjagt worden war, ließ er sich als Bundesinnenminister von seiner CSU auf die Kamikaze-Mission gegen die AfD schicken und spürt dabei bis heute nicht, dass Söder ihm damit den tödlichen Dolch längst in die Seite gestoßen hatte. Nicht einmal, als er wankt, abtreten will, ihm die klaren Sinne schwinden, will Seehofer wahrhaben, wie übel ihm mitgespielt wird.

Zu groß sind die Schmerzen, die ihm der absehbare Niedergang seiner CSU bereitet. So macht er Fehler um Fehler. Nun, da Seehofers Auftrag, die absolute Mehrheit der CSU zu retten, krachend zu scheitern droht, initiiert Söder vollends den politischen Todesstoß für seinen Erzfeind, macht ihn zum alleinigen Sündenbock. Dabei sind er und seine Amigos mitverantwortlich. Doch Söder wäscht seine Hände in Unschuld. Wieder ist seine Strategie hinterhältig, falschspielerisch, eben wieder Marke Söder. Aber sie ist auch kurzsichtig. Denn nach Seehofer muss Söder selbst den CSU-Scherbenhaufen zusammenkehren.
politik@lr.online.de