| 06:29 Uhr

Post aus Dresden
Schwungvoll und schlipslos

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR

Die Ära des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) neigt sich dem Ende zu. Der designierte Nachfolger ist seit Wochen auf Werbetour im Land unterwegs. Was bleibt da noch zu tun? Eine letzte große Dienstreise vielleicht? Gut, dann los! Stanislaw Tillich reiste in diesem kalten November durch China. Und die, die mitfahren durften, überschlagen sich in Bewunderung für diesen vollendet entspannten Staatsmann, dem vor traumhafter Naturkulisse in der Provinz Wuhan der Panzer der Macht sanft hinwegschuppt. „Tillich entdeckt die Leichtigkeit“, heißt es. Bilder zeigen einen Tillich in Jeans und ohne Schlips. Man kann schlimmer dran sein. Zum Beispiel so wie der Bayer Horst Seehofer (CSU), der sich noch mit einer Hand an den Thron klammert.  Nein, der sorbische Sachse macht das besser. An der Spitze der größten Auslandsdelegation, die Sachsen je aussandte, folgen ihm 45 zahlende Unternehmer und die Staatskapelle. So legt man einen großen Auftritt hin. Und als er dann am Drei-Schluchten-Staudamm auf dem Jangtsekiang schippert, da fällt einem wieder ein, was Kohl damals am Rhein zu Gorbatschow sagte: „Dieses Wasser fließt zum Meer. Und wir können es nicht verhindern. Wir können es stauen oder eindämmen, doch am Ende fließt es ins Meer!“