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| 18:49 Uhr

Kommentar Die EU und Russland
Schwieriger Dialog

Günther Marx
Günther Marx FOTO: MOZ
Nein, es ist ja nicht so, dass der Kontakt zwischen Berlin und Moskau in den vergangenen Jahren abgerissen wäre. Er blieb intensiv trotz all der Spannungen, aber man redete aneinander vorbei. Was die Krim betrifft, stellt sich die andere Seite taub.

Und im Ukraine-Konflikt beteiligt sich Russland zwar offiziell an der Suche nach einer Friedenslösung, alimentiert aber weiterhin inoffiziell die Separatisten.

Aber jetzt, da die letzte große Schlacht in Syrien bevorsteht und die Frage des Wiederaufbaus näherrückt, verspürt der Kreml den Drang zur Wiederannäherung. Denn ohne westliche Hilfe wird das kriegszerstörte Land nicht wieder auf die Beine kommen. Deutschland und die EU knüpfen die Hilfe aber an Bedingungen. Sie werden Assad nicht Milliarden überweisen, damit er sein blutiges Regime fortführen kann. Alles ist mit allem verknüpft, konstruktive Schritte in Syrien mit solchen in Europa.

Denn beteiligt sich Russland an einem Blutbad in Idlib, wird es auch mit der angestrebten Renovierung des gemeinsamen europäischen Hauses nichts; in dessen Räumen, Außenminister Lawrow übergeht das gerne in seinem Wunsch nach Neuanfang, sein Land ordentlich randaliert hat. Es bleibt ein schwieriger Dialog.

⇥politik@lr-online.de