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| 17:46 Uhr

Kommentar
Flächendeckend – das wird schwer

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Die Idee ist gut: Ausgebildete Krankenschwestern sollen an Brandenburgs Schulen für die Schüler da sein, erste Hilfe leisten und zur Gesundheitserziehung beitragen.

Während bisher die Lehrer oder die Schulsekretärin Erste Hilfe nach dem Sportunfall leisteten, kann das künftig eine ausgebildete Fachkraft machen. Was in Skandinavien längst Standard ist, schadet Brandenburgs Schülerinnen und Schülern ganz sicher nicht.

Ganz ehrlich: Damit hätte man  doch schon viel früher anfangen sollen.

Doch flächendeckend wird sich die Idee der „Schulgesundheitsfachkraft“ wohl nicht umsetzen lassen. Auch wenn Brandenburgs Bildungsministerin Diana Golze sagt, dass die Möglichkeit einer Tätigkeit im Schuldienst vielleicht den einen oder anderen jungen Menschen animieren könnte, sich zum Krankenpfleger oder zur Krankenschwester ausbilden zu lassen: Die Zahlen sprechen gegen die Ministerin.

Denn in Brandenburg gibt es derzeit 859 allgemeinbildende Schulen. Doch laut Statistischem Landesamt ließen sich im Jahr 2016/2017 überhaupt nur 102 junge Menschen im Land zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin ausbilden. Nur 24 begannen in diesem Schuljahr ihre Ausbildung.

Und schon das zeigt, dass eine flächendeckende Umsetzung des an sich begrüßenswerten Modellprojekts das Land vor erhebliche Probleme stellen würde.

Schließlich brauchen auch Kliniken, Kinderärzte und ähnliche Einrichtungen weiter Personal.