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| 20:44 Uhr

Kommentar
Schreck und Vorurteil

 Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / Sebastian Schubert
Nackt und verängstigt, das ist das neue Frauenbild der sächsischen AfD. Jedenfalls ist es eines der Bilder, das sie auf ihre Plakate für den Landtagswahlkampf drucken wollen.

Es ist wieder Schrilles zu hören von dem Landesverband, der sich anschickt, am 1. September ein erstes Bundesland zu gewinnen. Die enthüllten Wahlplakate geben einen Eindruck davon, wie die Rechtspopulisten das schaffen wollen: mit Angst, Ausgrenzung und Vorurteil. Krasse Botschaften, Alarmismus, voll auf die Zwölf. Protestwähler mag das beeindrucken, aber breitere Schichten kaum. Auf die hat es die Sachsen-AfD ja abgesehen.

Die verlorene Oberbürgermeisterwahl in Görlitz hat gezeigt, woran die AfD scheitern kann: Nicht an fehlender Aufmerksamkeit, aber wohl an fehlender Seriosität. Unter den Konservativen, die sich von der CDU nicht mehr angesprochen fühlen, konnte die AfD in Görlitz nicht genug punkten. Dort steht man nicht auf Polarisierung, dort schätzt man Ordnung und Gleichmaß. Mit nackten Schockbildern sind bürgerliche Wähler nicht zu überzeugen. Zu viel Krawall ist nicht gut, wenn man in die Staatskanzlei will.

christine.keilholz@lr-online.de