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| 06:54 Uhr

Krimi-Kolumne
Herrlich schräg und skurril

Birgit Rudow
Birgit Rudow FOTO: Sebastian Schubert / LR
„Der wüste Gobi“ aus Weimar war ein richtig schräges und skurriles TV-Weihnachtsfestfinale. Von Birgit Rudow

Dreifach-Frauenmörder Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili (ich würde gern wissen, wie lange Ulmen geübt hat) bricht aus der Psychiatrie aus und mordet munter weiter. So sieht es jedenfalls aus. Bis den Kommissaren Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) Zweifel kommen. Und dann war ja auch alles ganz anders und logisch. Gobis Harfen-Verlobte hat sich Nebenbuhlerinnen vom Hals geschafft. Und weil Ex-Kommissar Götze das damals entgangen war, köderte er Psycho-Klinikleiter Prof. Eisler mit Schildkrötenschießen auf den Galapagos-Inseln, präsentierte Gobi als Psycho- Frauenmörder und liess die Akte verschwinden. Der Professor sorgte dann für „Pudding“ in Gobis Nüschel, so dass der lange selbst nicht weiß, ob er nun ein Killer ist oder nicht.Polizei-Spucke-Kaffee, durchgeknallte Ärzte, buntgestrickte Reizwäsche oder eine „dreimal rechts ist auch links“-Logik – „Der wüste Gobi“ ist eine Krimi-Komödie mit witzigen Wortspielen, grandioser Mimik, herrlichen Schauspielern und Musik, deren Einsatz allein schon das Zwerchfell glucksen lässt. Tschirner und Ulmen sind in ihrem Weimar-Element und über Jürgen Vogel muss man nicht viel Worte verlieren. Wer für dieses Genre etwas übrig hat, für den war der Tatort ein echter Leckerbissen. Und wenn nicht, dann auch.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: Schubert, Sebastian / LR