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Schmerzhafte Erinnerung

Oliver Haustein-Tessmer, Chefredakteur LR
Oliver Haustein-Tessmer, Chefredakteur LR FOTO: Michael Helbig
Seit zehn Jahren gibt es in Cottbus das Menschenrechtszentrum, das ans frühere Gefängnis in der Bautzener Straße erinnert. Eine herausragende Gedenkstätte, mitgetragen von ehemaligen Häftlingen, die Aufmerksamkeit verdient. Oliver Haustein-Teßmer

Nicht nur im Nationalsozialismus, sondern auch in der DDR, die für Andersdenkende kaum Toleranz übrig hatte, saßen in Cottbus vor allem politische Gefangene hinter Gittern. Menschen waren aufgrund ihrer Haltung inhaftiert oder wegen Straftaten, die es so nur in der sozialistischen Diktatur gab, wie versuchte Republikflucht. Gefangene erlitten Folter, wurden zu Unrecht eingesperrt - und von der Staatssicherheit überwacht und abgeschottet.

Die Träger der Gedenkstätte pflegen dagegen Offenheit und Versöhnung. Opfer, einstige Mächtige und deren Vollstrecker leben weiter in Nachbarschaft, in derselben Stadt oder Region. Verschweigen hilft nicht, nur Aufarbeiten. Dieser für beide Seiten schmerzhafte Prozess verdient Respekt.

oliver.haustein-tessmer@lr-online.de