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Schmeckt das jetzt nach Zahnpasta?

Peter Blochwitz, Lausitzer Rundschau
Peter Blochwitz, Lausitzer Rundschau FOTO: M. Behnke (DC)
Manche Erfindungen waren dann doch zu schön, um wirklich wahr zu sein. Fettfreie Chips: In den 90er-Jahren wurde der Zusatzstoff Olestra zum Hit, der die Kalorienzählerei überflüssig machte.

Allerdings nur sehr kurz. Denn Olestra hatte ziemlich unangenehme Nebenwirkungen. "Das Problem war, dass man Durchfall davon bekam", erzählt Samuel West. In seinem "Museum des Scheiterns" im südschwedischen Helsingborg zeigt West seit Mittwoch rund 70 gefloppte Erfindungen.

80 bis 90 Prozent aller Erfindungen seien Flops, erklärt der Mann. Das vermutet man nicht, aber vor allem große Unternehmen kehren diese Zahlen gern unter den Teppich. Viele von ihnen hat West für sein Museum kontaktiert. Niemand wollte mit ihm sprechen.

Zahnpasta-Hersteller Colgate hatte in den 80er-Jahren vor, den Tiefkühlgerichte-Markt zu erobern. Ein Schlag ins Wasser! "Die Leute haben sich gefragt: Schmeckt das jetzt nach Zahnpasta?", erzählt West.

Ein Donald-Trump-Brettspiel: Ladenhüter! "Zu Trumps gescheiterten Ideen hätte ich ein eigenes Museum machen können", sagt der Kurator: Trump-Wodka, Trump-Universität, Trump-Steaks . . . Und Trump ist ja noch nicht am Ende mit seinen Ideen.

Eine deutsche Erfindung fehlt dem Museum für die Flop-Sammlung bislang noch. Was erstaunlich ist. Deutsches Scheitern . . . Die Revolution von 1848, die DDR, Deutsche beim Eurovision Song Contest. Nach aktuellem Stand scheitert die SPD grandios bei allen Wahlen in diesem Jahr, vielleicht sollte ein SPD-Parteibuch ausgestellt werden. Die Lausitz könnte einen Wimpel des FC Energie Cottbus beisteuern. Und existiert eigentlich ein Modell des BER? Deutsches Scheitern? Daran soll's nicht scheitern!