| 18:45 Uhr

Kommentar
Schluss mit dem „Mimimi“

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Brandenburgs Problemwölfen könnte es künftig an den Kragen gehen. Die gestern vorgestellte Wolfsverordnung sieht Möglichkeiten vor, Problemtiere im Extremfall abzuschießen. Und das ist gut so. Denn damit versucht das Landwirtschaftsministerium zumindest einen Ausgleich zwischen Tierhaltern und Naturschützern, zwischen den Interessen von Schafen und Wölfen. Dass keine weitergehenden Lösungen machbar sind, liegt am Naturschutzrecht von EU und Bund, das auch im Hinblick auf Biber, Kormoran, Fischotter und Co. dringend überarbeitet werden muss. Nein, Brandenburgs oft zu Recht kritisierter Agrarminister Vogelsänger hat mit der Wolfsverordnung wohl tatsächlich das vorgelegt, was realistisch machbar war. Von Benjamin Lassiwe

Und wenn Brandenburgs Bauernbund nun ernsthaft von einem „vergifteten Weihnachtsgeschenk“ spricht, ist es vielleicht auch einmal an der Zeit, daran zu erinnern, dass es kaum einen Berufsstand in Deutschland gibt, dessen unternehmerische Risiken so stark von der Politik getragen werden, wie es bei den Landwirten der Fall ist. Erst am Dienstag hat das Land mehr als 20 Millionen Euro für witterungsbedingte Ernteausfälle im Nachtragshaushalt verankert, und auch Herdenschutzhunde und Weidezäune werden großzügig gefördert. Das alles geschieht aus gutem Grund: Die Landwirtschaft ist nun einmal eine wichtige Stütze des ländlichen Raums und für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Aber ein Handwerksbäcker in der Innenstadt, der seine Kunden verliert, weil nebenan ein Backshop aufmacht, kann von solchen Weihnachtsgeschenken wohl nur träumen. Das permanente „Mimimi“ des Bauernbundes ist deswegen schlicht fehl am Platze. politik@lr-online.de