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| 02:40 Uhr

Sarkozys letzte Waffe

Es ist eine Art Todesurteil für die politischen Ambitionen von Nicolas Sarkozy, das die Franzosen gesprochen haben. 72 Prozent sind der Meinung, dass die Zeit des konservativen Politikers vorbei ist.

Daran dürfte auch das Buch des Ex-Präsidenten nichts ändern, das am Montag erscheint. Es ist die letzte Waffe eines Mannes, der mit dem Rücken zur Wand steht. Die 260 Seiten könnten zum Schlusskapitel seiner Karriere werden, denn Frankreich will 2017 keine Neuauflage des Duells von Sarkozy gegen den Sozialisten François Hollande. Die Ablehnung einer Kandidatur des Amtsinhabers ist genauso hoch wie die seines Vorgängers. Erstaunlich ist, dass ausgerechnet Sarkozys Parteifreund Alain Juppé nun als Hoffnungsträger gilt. Der Ex-Außenminister ist immerhin schon 70 Jahre alt. Doch der Bürgermeister von Bordeaux hat das, was Sarkozy fehlt: er kann einen, wo der Ex-Präsident spaltet. In einem Land, das der Schlagabtausch zwischen Konservativen und Sozialisten zunehmend ermüdet, verspricht Juppé eine neue Politikkultur. Und der beliebte Altpolitiker könnte auch den Mut haben, die dringend nötigen Reformen anzupacken. Denn die hat Sarkozy zwar angestoßen, aber nicht zu Ende geführt. "Speedy Sarko" dachte bereits an seine Wiederwahl - und Juppé will nur eine Amtszeit machen. politik@lr-online.de