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| 21:02 Uhr

KOLUMNE MEINE WIRTSCHAFTSWOCHE
Die sanfte Glücksrakete

 Beate Möschl
Beate Möschl FOTO: LR / Sebastian Schubert
Hmm ... wenn alle über mal runterkommen reden, und einfach loslassen empfehlen, dann mache ich mir durchaus Gedanken. Weil: Was ist denn los da unten, weswegen  ich unbedingt runterkommen soll? Und was könnte ich loslassen?

Kühe und anderes Getier, das mancher sprichwörtlich fliegen oder gern durchs Dorf treiben lässt, halte ich nicht. Kuh-Aktien oder Hühner-Patenschaften ebenfalls nicht – mangels Angebot hier in der Region.  Die Spreewälder Wiesen-Aktie wiederum garantierte mir zwar den Erhalt  landschaftstypischer Augen-Blicke, streng genommen aber auch keinen ganz privaten Platz  an der Sonne zum Runterkommen. Und wenn, dann würde ich weder die Anteile an der Haltung gesunder zufriedener Viecher, noch an der Pflege meines Heimatlandes loslassen.

Im Gegenteil! Denn ich halte es lieber mit festem Boden der Tatsachen unter den Füßen und dem ehrlichen Blick in die Augen. So sehr mich das auch manchmal erschreckt, eines habe ich dabei gelernt: soliden Versuchungen zu widerstehen und in den alternativen Handlungsmodus zu gehen. Ist ja langweilig, wenn es jedes Jahr wieder nicht klappt mit dem Einhalten guter Vorsätze über den Januar hinaus, und zu wenig herausfordernd, sich deshalb lieber gar nichts vorzunehmen. Einfacher zu realisieren scheint, sich vorzunehmen, etwas für andere zu tun. Gelegenheiten gibt es das ganze Jahr genug dafür. Schon vor der eigenen Haustür. Beim freundlichen Wort für die Nachbarn oder den Paketboten, einer kleinen Einkaufshilfe für Erkrankte, der Fahrradreparatur mit Nachbars Kindern, beim  Tür aufhalten, beim  mal-nicht-über-volle-Wartezimmer oder langsame-Kassen-Grummeln.

Bei Vorlesegeschichten im Krankenhaus, Begleitung beim Spaziergang, bei Familienpatenschaften, in der Feuerwehr, im Sportverein, überhaupt im Ehrenamt. Lausitzer können ganze Bücherbände oder E-Books füllen mit dem  wahren Leben,  das es uns   leicht macht, Glücksmomente zu schaffen und zu erleben,  und damit die allgemeine Stimmung wieder zu heben.

Hut ab! Als Dankeschön taugt am besten  aktiver Anschluss an diese Art Mach-Mit-Bewegung.