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| 19:54 Uhr

Kolumne Post aus Dresden
Sack und Asche

Von Christine Keilholz
Von Christine Keilholz FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Das Jagdschloss Moritzburg ist das schönste, das uns die Kurfürsten von Sachsen hinterlassen haben. Und das Aschenbrödel ist seine schönste Bewohnerin. Auch diesen Winter bekam sie wieder viel Besuch.

Mitte Februar zählte die Schlossverwaltung 100 000 Besucher in der Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Schloss.Das Brimborium, das dort um diesen über 40 Jahre alten Märchenfilm gemacht wird, kann man toll finden, oder man findet es voll peinlich. So oder so sorgt die Prinzessin in Moritzburg für volle Hütte. Aschenbrödel ist sozusagen die Cash-Königin des Staatsbetriebs Sächsisches Schlösserland. Weil die Winterausstellung rund um die beliebte Märchenbraut seit Jahren so gut läuft, konnte die Schlossverwaltung über die Jahre teure Exponate ankaufen. So kehrten gläserne Bierhumpen aus dem 18. Jahrhundert ins Schloss zurück, dazu weiteres fürstliches Geschirr.

Der Erfolg wirft aber auch Fragen auf. Vor allem die, wie lange das noch so gehen kann. Am Anfang reichte es, die Kleider aus dem Film hinzustellen, die berühmte Musik zu dudeln, und die Leute zahlen bereitwillig Eintritt. Dann kamen noch nachgebaute Kulissen dazu. Schließlich flogen die Darsteller von damals ein, um zu erzählen, wie das so war beim Dreh. Immer wieder hieß es hinter den Kulissen, es müsse jetzt auch mal Schluss sein. Man wolle das Pferd nicht reiten, bis es tot umfällt. Aber was soll man machen. Die Leute kommen halt immer wieder. Eine Woche geht es jetzt noch. Dann ist Schluss. Für diesen Winter.