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| 15:30 Uhr

Post aus Dresden
Sachsens Schwabenfrau

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR
Dresden. Georg Unland (CDU) hat keinen Bock mehr, Sachsens Finanzminister zu sein. Das lässt sich gut nachvollziehen. Der Job des Finanzministers genießt kein hohes Sozialprestige. Es wollen immer alle Geld von einem. Es wollen aber auch alle, dass Geld da ist, wenn sie welches wollen. Beides geht nur schlecht zusammen, aber diese simple Rechnung verstehen die wenigsten. Wer aber kein Geld bekommt, der kommt als nächstes mit einer Rücktrittsforderung. Georg Unland hat in zehn Jahren gute fünfhundertdrölfzig Rücktrittsforderungen ohne Augenbrauenzucken hingenommen – und blieb doch auf seinem Stuhl. Unland, der Sparfuchs. Das Raubein. Die schwäbische Hausfrau. Von Christine Keilholz

Zehn Jahre Finanzminister, das heißt summa summarum fünf Doppelhaushalte, zweimal jährlich Steuerschätzung, zehnmal den Fortschrittsbericht zur Deutschen Einheit. Und dann – eine sächsische Spezialität – der regelmäßige Stand der Tilgung des Landesbank-Desasters. Bei diesen Anlässen legte Unland immer viele bunte Tortendiagramme auf und sprach dazu von abschmelzenden Geldbergen und sinkenden teilungsbedingten Sonderbedarfszuweisungen. Was so im Detail eigentlich keinen interessierte, denn alle wollten immer nur Geld. Ein frustrierender Job. Muss man das mit 64 noch haben?

„Einer muss das ja machen“, wie Unland schon 2014 trocken bemerkte, als er ein letztes Mal in die Verlängerung ging. Das trifft auch heute zu, aber nun macht das eben nicht mehr Georg Unland. Dem wir zum Abgang ein sahniges Tortendiagramm wünschen.