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| 19:45 Uhr

Kommentar
Einer, der waszu melden hat

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / Redaktion
Der ländliche Raum wird abgehängt, das ist so eine Plattitüde aus dem politischen Streit, die immer wieder kommt. Gerade wenn es um Verkehr geht, um nicht fahrende Züge oder Straßen mit Löchern.

Vergessen wird dabei gern, dass sich der ländliche Raum durchaus auch selbst abhängt. Nämlich da, wo winzige Fürstentümer einander die Brocken wegnehmen und ihre Strukturen mit Zähnen und Klauen verteidigen – auch wenn es keinem etwas nützt. Die Situation im sächsischen Nahverkehr lässt sich so beschreiben.

Wozu ein Freistaat fünf Zweckverbände mit fünf Tarifzonen braucht, das lässt sich nicht anders als mit lokalen Befindlichkeiten erklären. Jeder Reformvorstoß, den es dazu in den letzten Jahren gab, brachte nichts, weil bei jeder Entscheidung die Landkreise blockieren, die in den Zweckverbänden organisiert sind. Da will keiner was abgeben. Denn klar ist: Eine einheitliche Struktur freut zwar den Fahrgast. Aber für einen einzigen Verkehrsverband werden keine fünf Geschäftsführer mehr gebraucht.