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| 19:37 Uhr

Kommentar zu Kundgebungen in Cottbus
Keine Einheit mit rechten Wirrköpfen

Oliver Haustein-Teßmer
Oliver Haustein-Teßmer FOTO: LR / Sebastian Schubert
Cottbus. Keine Frage: Am Tag der deutschen Einheit soll munter demonstriert werden, das ist demokratisch. Aber wenn rechte Redner wie in Cottbus die in Chemnitz deutlich werdende Terrorgefahr durch Rechtsextremisten anzweifeln, ist das zu viel Irrsinn. Von Oliver Haustein-Teßmer

Im Osten Deutschlands, in Cottbus und Berlin, nutzt eine Minderheit, angetrieben von rechten Aktivisten und Politikern, den 3. Oktober zu Kundgebungen. Es gibt, zum Glück, Gegendemonstrationen.

Die Freiheit, diesen Meinungsstreit in Deutschland öffentlich kundzutun, muss am Einheitstag natürlich möglich sein. So ist Demokratie. Es zeigt sich aber in Cottbus, dass rechte Schwätzer, die stets um genügend „Wir sind das Volk“-Rufer bemüht sind, die rechtsextreme Terrorgefahr, die in Chemnitz nach Verhaftungen sichtbar wird, anzweifeln. Das zeugt von Abkapselung von der Realität.

Es ist an sich richtig, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Volk mehr zuhören möchte und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mehr Wertschätzung der Ostdeutschen einfordert. Aber mit wirren Anti-Demokraten ist kein Staat zu machen. Mit ihnen nach einer deutschen Gemeinsamkeit zu suchen, wäre gefährlich.

Lasst sie rechts liegen! Es ist besser, mit den Kritikern der Herrschenden zu sprechen, die wirklich einen Dialog über die Demokratie führen wollen. Das scheint immer noch die Mehrheit zu sein.