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| 01:04 Uhr

Richtige Richtung

Bei der Bekämpfung der Gewaltkriminalität hat das Bundeskabinett gestern die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Die DNA-Analysen sollen ausgeweitet werden.


Dass der genetische Fingerabdruck künftig auch von Tätern gespeichert werden kann, die leichtere Delikte begangen haben, ist nicht unumstritten. Schließlich könnten aus den Spuren, die Menschen von sich an Tatorten hinterlassen, sehr intime Erbinformationen gewonnen werden. Das aber setzt gezielten Missbrauch voraus - und der ist schon heute strafbar.
Ziel der Ausweitung der DNA-Analyse und der damit verbundenen Lockerung des Richtervorbehalts ist die Aufklärung von schweren Verbrechen wie Mord, Raub, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern. Gleichzeitig wird dadurch Straftaten vorgebeugt, weil Täter stärker damit rechnen müssen, dass sie ertappt und überführt werden. Selbst aus kleinsten Spuren ist die Kriminaltechnik heute in der Lage, wichtige Erkenntnisse für die Aufklärung von Verbrechen zu gewinnen. Und vor Gerichten ist der genetische Fingerabdruck wegen seiner Einmaligkeit als eindeutiger Beweis anerkannt.
Durch Studien ist hinlänglich bewiesen, dass die Laufbahn von Schwerkriminellen oft Jahre zuvor mit Delikten wie etwa Körperverletzungen, Betrügereien oder Diebstählen begann. Ihre herkömmlichen wie genetischen Fingerab drücke in einer Datei zu haben, ist deshalb wichtig. Übrigens hat das Bundeskabinett damit einen Weg eingeschlagen, den europäische Nachbarn längst beschritten haben.