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Kolumne Post aus Dresden
Rheinischer Unsinn

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Sachsen möchte gerne mehr sein als nur eines von 16 Bundesländern inmitten der Bundesrepublik. Das zeigt Sachsen auch, so oft es geht. Man sieht sich gern als Mittelmacht in Mitteleuropa.

Man sieht sich gern auf Augenhöhe mit den osteuropäischen Nachbarn. So war das jedenfalls noch zu Zeiten von Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Jetzt aber sind die Zeiten von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und, siehe da, die Ansprüche steigen.Gerade ein paar Wochen ist der Görlitzer Kretschmer im Amt, schon lädt er mal eben zu einem „Forum für internationale Politik“ nach Dresden. Dort beschäftigt man sich mit nichts weniger als den aktuellen Herausforderungen der westlichen Welt. Die sind ja reichlich vorhanden, deshalb soll ein solches Forum jetzt jedes Jahr stattfinden.

Was viele ja nicht wissen, Kretschmer ist auch stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Entwicklung und Frieden. Der Freistaat Sachsen ist Stifterland dieser Stiftung. Dieses Jahr jedenfalls ging es um Frieden. Und weil das so ein ernstes Thema ist, verträgt es nichts besser als ein kleines Witzchen. Da zeigte nämlich am Donnerstag in der Frauenkirche zur Abendveranstaltung mit dem Titel „Frieden muss von innen wachsen – aber wie?“ ein Redner auf dem Podium seinen Schlips vor. Von dem war nicht viel übrig geblieben, denn es war ja Weiberfastnacht, und der Träger war soeben aus dem Rheinland angereist. Dazu Kretschmer so: „Wir hier in Sachsen machen ja alles gerne mit. Aber nicht jeden Unsinn.“ Seine Krawatte war noch ganz.