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| 18:17 Uhr

Pro Gesundheitscheck
Regelmäßig zum Test

FOTO: MOZ
Keine Frage: In einem Flächenland ist das Auto eine Grundvoraussetzung für Mobilität. Einkäufe oder Arztbesuche lassen sich häufig nur so mit überschaubarem Zeitaufwand realisieren. Kein Wunder, dass immer mehr Senioren immer länger hinter dem Lenkrad bleiben wollen. Von Hajo Zenker

Doch das ist gefährlich. Die Beteiligung der mehr als 65-Jährigen am Unfallgeschehen steigt. Und zwar deutlicher als ihr Anteil an der Bevölkerung. Klar: Noch immer sind es vor allem junge Männer, die die Straßen unsicher machen. Aber die Älteren holen auf. Dabei fallen Senioren nicht durch Rasen auf. Sie haben Probleme mit dem Abstand und der Vorfahrt.

Und viel zu häufig fehlt die Einsicht, dass sich 50 Jahre unfallfreies Fahren nicht automatisch bis in alle Ewigkeit verlängern lässt. Sondern dass man sein Wissen über den Straßenverkehr, das Bremsen oder Einparken auffrischen muss. Und Sehtests sinnvoll sind. Viel zu wenige nutzen freiwillige Angebote. Um alle zu erreichen, muss der Gesetzgeber regelmäßige Tauglichkeitstests ab 65 Jahren verpflichtend machen. Die Politik traut sich bisher aber nicht – wegen der immer älteren Wählerschaft und der schwierigen Frage, wie häufig Tests angebracht sind.

Nötig ist das Gesetz trotzdem. Senioren tragen bei einem Unfall in zwei von drei Fällen die Hauptschuld – bei über 75-Jährigen sogar in drei von vier Fällen. Das Risiko, bei einem Unfall oder an dessen direkten Folgen zu sterben, ist bei den Älteren etwa drei Mal so hoch wie in jüngeren Altersgruppen.

Das kann man nicht länger tatenlos hinnehmen. Und muss Senioren zu regelmäßigen Tests zwingen – zumindest so lange, bis uns allen das autonome Fahren das Lenkrad aus der Hand nimmt.

politik@lr-online.de