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| 16:09 Uhr

Post aus Dresden
Räuchermannaus dem Knast

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Von Christine Keilholz Von Keilholz

Weihnachtsmarkt kann ja jeder. Aber das hier ist mal was ganz anderes. Der Weihnachtsbasar der sächsischen Justizvollzugsanstalten hat wieder offen. Denn auch im Knast wird fleißig gearbeitet. Und wer es nicht glaubt, kann sich auf www.gitterladen.de überzeugen. Vor Weihnachten gibt es dort Holzspielzeug, bestickte Handtücher und Stollenbretter, dazu die unvermeidlichen Schwibbögen und sogar neckische Räuchermännel, die Sträflingsanzüge tragen.

Das alles wird liebevoll hergestellt von harten Jungs, die obendrein sogar backen und fleischern. In der JVA Bautzen entstehen Büromöbel, aus Zeithain kommen Gartengerätehäuschen und Saunastühle.

Seit 2006 gibt es die Weihnachtsbasare. Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) freut sich sehr darüber. Denn die Beschäftigung von Gefangenen ist ihm wichtig. Sinnvolle Arbeit, sagt er, „senkt nämlich nicht nur die Kosten des Justizvollzugs, sie ist auch ein wichtiger Beitrag zu einer erfolgreichen Wiedereingliederung in die Gesellschaft“.

Im weihnachtlichen Angebot des Gitterladens gibt es übrigens auch eine Räucherfrau „Polizistin“ und eine „Justizbeamtin“. Die eine hat eine Kelle dabei, die andere Schlüsselbund und Funkgerät. Beide gucken ein bisschen streng, aber sie räuchern sehr stimmungsvoll. Und wer das auch nicht glaubt, der sollte am 14. Dezember beim Weihnachtsbasar im Dresdner Justizzentrum vorbeischauen.