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Quo Vadis, Griechenland

Bettina Friedenberg
Bettina Friedenberg FOTO: Michael Helbig
Die Griechen konnten entscheiden. Und das haben sie getan. Bei einem historischen Referendum haben sie für eine ungewisse Zukunft gestimmt. Und deren Vorzeichen sind nicht gerade positiv.

Mit ihren Nein zum letzten Angebot der Geldgeber aus EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank haben sie in erster Linie für ihren Ministerpräsidenten entschieden. Aber bisher hat sich Alexis Tsipras nicht gerade durch Reformen hervorgetan, die Griechenland helfen könnten, aus der Krise zu kommen. Es ist nicht zu erwarten, dass er jetzt - quasi wie ein Magier das Kaninchen aus dem Hut zieht - mit hilfreichen Lösungsvorschlägen überrascht. Tsipras und das kleine Griechenland gegen den Rest - das kann nicht gut gehen.

Das Nein könnte die Armut im Land in ungeahnte Ausmaße ausweiten. Und das Nein der Griechen zum Spar- und Hilfsprogramm trifft ganz Europa. Die Gläubiger befürchten ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro und sogar aus der Europäischen Union. Der Grundgedanke des modernen Europa wäre damit ad absurdum geführt.

bettina.friedenberg@lr-online.de