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| 01:07 Uhr

Quälgeist aus Neuzelle

Helmut Fritsche ist ein Quälgeist.

Seit zehn Jahren lässt der Chef der Neuzeller Klosterbrauerei nicht locker, seinen "Schwarzen Abt" auch in Deutschland Bier nennen zu dürfen - so wie in 25 Ländern, wo auf den Etiketten des exportierten süffigen Gebräus Bier steht. Doch für die Hüter des deutschen Reinheitsgebotes von 1516 im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium geht da kein Weg rein. Für sie kommt auch der Ausnahmeparagraph im Biergesetz nicht zur Anwendung. Richtig so, mag mancher Verehrer des reinen Gestensaftes sagen.
Dennoch nimmt der Streit zwischen Neuzelle und Potsdam, dem auch die Verwaltungsrichter in Frankfurt
(Oder) noch immer kein Ende gesetzt haben, inzwischen groteske Züge an. Er scheint zu einer Privatfehde der Ministeriellen mit dem Quälgeist Fritsch zu werden. Der nämlich hat gerade einen Bescheid aus Potsdam auf dem Tisch, der die Zulassung einer Mixtur aus unter- und obergärigem B i e r bewertet. Es lässt sich nur unschwer erahnen, dass Bier und Bier - wenn es von Fritsch gemischt und vom Agrarministerium beurteilt wurde - noch lange kein Bier ergibt. Fritsch reicht's. Er schreibt trotz Verbots ab heute Bier auf sein Gebräu. Wer kann ihm das verübeln?