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| 20:44 Uhr

Kommentar zum Prager Frühling
Das 1968 der Ostdeutschen

Oliver Haustein-Teßmer
Oliver Haustein-Teßmer FOTO: LR / Sebastian Schubert
Historiker haben herausgefunden, dass der vor 50 Jahren gewaltsam beendete Prager Frühling auch Lausitzer zum Widerspruch motiviert hat. Dies verdient besondere Würdigung. Denn 1968 hat in der DDR eine mutige Minderheit die Staatsmacht hinterfragt und wie in Lübbenau mit Demonstrationen gezeigt, dass sie mit dem verordneten Kommunismus nicht einverstanden war. Von Oliver Haustein-Teßmer

Das war zu jener Zeit weder selbstverständlich noch ohne Risiko. Mancher kam ins Gefängnis, andere kehrten später enttäuscht ihrer Heimat den Rücken und machten rüber.

Der zarte Anflug von Aufstand trug dennoch Früchte, in der friedlichen Revolution, die zum Mauerfall und zum Ende der DDR führte. Sichtbar seit 1989 anhand des eigenwilligen Bürgersinns, mit dem Ostdeutsche politisch aktiv sind und Demokratie ausprobieren. Das ist ein Gewinn für die Zivilgesellschaft, egal, ob Menschen sich als links, liberal oder konservativ sehen. Und es ist etwas anderes als der schäbige Versuch rechtsextremer Verfassungsfeinde, historische Zäsuren zu vereinnahmen.
oliver.haustein-tessmer@lr-online.de