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Potsdam
Ein schlechter Ersatz

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Wenn der Landtag in Potsdam tagt, sind die Abgeordneten stets im Blick der Kameras: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg zeichnet die Debatten auf, und auch der Landtag selbst überträgt sie im Livestream auf seiner Website. Wer also aus welchem Grund auch immer verhindert ist, an der Sitzung des Parlaments selbst teilzunehmen, kann vom heimischen Schreibtisch aus beobachten, wie sich die Abgeordneten schlagen. Von Benjamin Lassiwe

Doch im Selbstversuch erwies sich das in dieser Woche als ein ziemliches Problem. Fast war man versucht, der Operationswunde eine Schmerztablette zusätzlich zu gönnen, als der Livestream mitten in den Rededuellen zusammenbrach. Oder zum Beispiel die Rede von Jutta Lieske (SPD) in der Landtagsdebatte zum Ländlichen Raum. Dass sie immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen wurde, konnte man auf dem Bildschirm sehen. Dass die Zwischenrufe vor allem aus Richtung der AfD kamen, konnte man ahnen. Doch was genau gerufen wurde, und wie sich die übrigen Parlamentarier während der Rede verhielten, war nicht nachvollziehbar. Auch Regieanweisungen von Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) waren unverständlich.

Warum das bemerkenswert ist? Seit Jahr und Tag gibt es in Potsdam eine Debatte darüber, ob auch die Sitzungen der Landtagsausschüsse im Internet übertragen werden sollen. Das Parlament möchte damit mehr Öffentlichkeit herstellen. Doch wenn die Qualität der Übertragungen auf dem gleichen Niveau bleibt, wie derzeit aus dem Plenarsaal, kann man das wohl getrost sein lassen. Denn Zwischenrufe, Beifallsbekundungen und Störungen gehören zu einer Debatte schließlich ebenso dazu, wie der Redner vorn am Pult.