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| 20:10 Uhr

Potsdams Schloss
Nicht sentimental werden. . .

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Potsdam. Es ging wohl um den Haasenburg-Skandal und die Aufklärung der Vorwürfe gegen den privaten Kinderheimbetreiber. Fünf Jahre war es in dieser Woche her, dass ein Ausschuss des Brandenburger Landtags das letzte Mal in der alten SED-Parteischule, dem „Kreml”, auf dem Brauhausberg tagte. Von Benjamin Lassiwe

Das Foto, das der zuweilen reichlich sentimentale Facebook-Algorithmus kürzlich zur Erinnerung anzeigte, zeugt von der Holzwandtäfelung im damaligen Ausschussraum 306, vom großen Landeswappen an der Wand, von der immer etwas provisorisch wirkenden Inneneinrichtung.

Heute ist das alles längst vergessen. Mit hinreichend Tischen und Strom ausgerüstete Arbeitsplätze für Journalisten sind im neuen Landtag ebenso Standard, wie ein zuverlässiges, kostenfreies Wlan, das alle Besucher des Landesparlamentes nutzen können. Statt sich auf steilen Treppen den Brauhausberg hinaufquälen zu müssen, hält die Straßenbahn vor dem Gebäude. Und die Dachterrasse der Landtagskantine bietet im Sommer einen der schönsten Ausblicke, den Potsdam so zu bieten hat.

Nur manchmal, wenn abends der Journalist nach Hause geht und dabei die weißen Flure des Gebäudes hinter sich gelassen hat, dann fehlt doch irgendwie der Charme der Vergangenheit. Dann denkt man auch im neuen Stadtschloss noch wehmütig an den Wassereimer, der bei Regen die Feuchtigkeit der undichten Fenster – nein, Stopp. Für Sentimentalität besteht auch im Potsdamer Stadtschloss wirklich kein Grund.