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| 10:04 Uhr

Post aus Potsdam
Wisent gesucht

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Wölfe, Kormorane, Bienen und Biber. Dass es im Potsdamer Landtag oft um Tiere geht, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Zuweilen scheint es, als fände sich eine ganze Menagerie in den Plenarprotokollen. Von Benjamin Lassiwe

Sogar um Stechmücken in den Havelauen ging es dereinst schon im Landesparlament. Doch der Spreewälder Grünen-Abgeordnete Benjamin Raschke schaffte es, dem ganzen Landtagszoo kürzlich noch eine neue Dimension hinzuzufügen: In der Fragestunde des Landtags erkundigte er sich nach dem Wisent, das vor einiger Zeit im Oderbruch geschossen wurde. Genauer gesagt: „Wer eignete sich das illegal erlegte Wisent an, bzw. wo befinden sich die präparierten Überreste, besonders Kopf und Fell?“.

Wieso Raschke das tat? Er habe den Tipp bekommen, dass sich der Jäger die Überreste des erlegten Tieres widerrechtlich aneignen wollte, sagt Raschke. Und in der Tat befinden sich Kopf und Fell des Tieres laut Antwort der Landesregierung derzeit bei einem Präparator. Künftig sollten sie in ein Museum oder nach Polen kommen, meint Raschke. Eigene Avancen jedenfalls hat der Umweltpolitiker aus dem Spreewald nicht: Dass er sich einen präparierten Wisent in sein eher karges Landtagsbüro hängen würde, kann man jedenfalls schon deswegen ausschließen, weil die Fraktion der Grünen ja bereits ein tierisches Maskottchen hat: einen grünen Stoffadler namens Gudrun, der bei jeder Gelegenheit durch die sozialen Medien fliegt. Ein ausgestopfter  Wisent wäre da nur unschöne Konkurrenz. Und auch das Büro des Landwirtschaftsministers würde durch einen Wisent wohl nicht unbedingt geschmückt – auch wenn Jörg Vogelsänger schon Fotos preisgekrönter Zuchtbullen in seinem Büro zu hängen hatte.