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Post aus Dresden
Die piratige Idee lebt

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR
Sie waren jung, sie waren wild. Sie waren ständig online und sie wollten in den Bundestag. Und dann waren sie weg. Von Christine Keilholz

Wer heute Piraten sehen will, der muss leider in die Karibik. In der Politik gibt es längst andere Gruppierungen, die Schrecken verbreiten. Und man fragt sich gelegentlich, wo sind eigentlich die Piraten. Gibt es sie noch?Neulich, siehe da, ein Lebenszeichen. Im schönen Freiberg kam der Landesverband der Piraten  zum Parteitag zusammen. Ein ganzes Wochenende am Stück brüteten dort knapp 30 aktive Piraten über der Aufgabe, einen neuen Landesvorstand zu wählen. Damit waren sie wohl erfolgreich, denn wenige Tage später kam die gute Nachricht: weißer Rauch. Der Dresdner Henry Knut Michael ist der neue Oberpirat, sein Stellvertreter heißt Jan-Paul Helbig und kommt aus Leipzig.

Als das erledigt war, befasste man sich mit der Lage des Piratenwesens in der Welt. Und stellte fest, dass es schon schlechter aussah: „Die Piraten Sachsen konnten in der Bundestagswahl merkbare Ergebnisse erzielen“, konnte der politische Geschäftsführer, Steve König, zufrieden verkünden. „Insbesondere in Dresden waren diese verhältnismäßig besser als im Bundesdurchschnitt.“ In Dresden kamen die Piraten nämlich auf ein Prozent der Erststimmen, in ganz Sachsen fanden sie gut 11 000 Wähler. Das lässt doch hoffen, dass „es noch Wähler gibt, die an die piratige Idee glauben“, so König. Und deshalb startet die Partei zur Landtagswahl 2019 wieder einen Enterversuch.