ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:50 Uhr

Post aus Dresden
Auf Sommertour

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / Redaktion
Irgendwann kommt immer der Sommer und man fragt sich: Was mache ich damit? Urlaub allein kann die Antwort nicht sein. Deshalb ist es schön, dass hier und da ein Sommerfest steigt. Der parlamentarische Betrieb platziert seine Sommerfeste üblicherweise vor der Sommerpause, deshalb sind die meisten schon vorbei, wenn sich die große, weite, trocken-heiße Ebene des Sommers vor dem dienstbeflissenen Politiker auftut.

Was also tut er? Er geht auf Reisen. Die Sommerreise hat sich als Mittel etabliert, mit Basis und Wählerschaft Kontakt zu halten. Da besucht der Minister die Feuerwehr, die Ministerin Krankenhäuser und Pflegeheime, die Nächste hört sich beim Kreistheater an, wo der Schuh drückt. Denn irgendwo drückt der Schuh immer.

Eigentlich hat Politik so schon immer funktioniert. Ein Kaiser, König, Kanzler, Präsident muss gesehen werden, damit die Leute a.) wissen, dass es ihn gibt, und b.) erfahren, dass das auch nur ein Mensch ist, und ganz nett obendrein. Das ist dann hilfreich, wenn es mal Ärger gibt.

Die Erfahrung zeigt, Wähler ärgern sich weniger über Politiker, denen sie schonmal die Hand gegeben haben, als wenn sie ihn nur aus dem Fernsehen kennen, wo er vom Auto zur Drehtür hechtet und unterwegs noch auf eine freche Reporterfrage missgelaunt antwortet. Die Wähler mögen gut gelaunte Politiker, die sie bei der Arbeit besuchen und interessierte Fragen stellen. Die Möglichkeit dazu bieten Sommertouren, wo es noch dazu ganz locker zugeht.

Wer von dieser Lockerheit kosten mag, kann am Montagnachmittag einen Spaziergang durchs östliche Leipzig machen. Im Lene-Voigt-Park im Stadtteil Reudnitz beginnt um 18 Uhr ein öffentliches Picknick mit Spitzenpolitiker.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, macht nämlich auf seiner Sommertour in Leipzig halt, um über Glück und Lebensqualität in wachsenden Großstädten zu plaudern. Das könnte sich sogar lohnen.