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Polizei in Sachsen
Die Frakturschrift kann doch nichts dafür

Cottbus. Altdeutsch anmutende Abzeichen beim Spezialeinsatzkommando der sächsischen Polizei: Das reicht Kritikern schon für eine neue Nazi-Debatte und wirft doch Fragen auf: zum Beispiel, warum das umstrittene SEK-Logo bisher nur intern verwendet worden ist. Von Oliver Haustein-Teßmer

Wie geschmacklos: Die sächsische Polizei hat in die Sitze eines neuen Panzerwagens in gebrochener altdeutscher Schrift „Spezialeinsatzkommando Sachsen“ sticken lassen, dazu ein umkränztes Landeswappen und stilisierte Flügel.

So ähnlich sehen Militärabzeichen aus der Zeit vor 1945 aus. Das hat Kritiker zum Kurzschluss geführt: Ist das schon Nähe zu Nazis? Polizei und Dresdner Innenministerium weisen das natürlich zurück. Gleichwohl ist es seltsam: Was will der verschämte Designer uns sagen? Sein Logo wird seit 1991 nur intern verwendet. Öffentlich zeigt die Polizei lieber andere Abzeichen; am Panzerwagen steht einfach nur POLIZEI.

Ist besser so: Das schwant wohl auch Sachsens neuem Innenminister Roland Wöller (CDU). Jedenfalls lässt er die Verwendung des irgendwie altdeutschen Logos kritisch prüfen. Gott sei Dank. Sonst brächte die Welle der Empörung womöglich noch die jahrhundertelang gebräuchliche Frakturschrift gänzlich in Misskredit – dann müsste sogar manche Zeitung ihr Logo infrage stellen.