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| 18:55 Uhr

Kommentar Polens Reparationsforderungen
Immer frostiger

Dietrich Schröder
Dietrich Schröder FOTO: MOZ
Ist mit der polnischen Regierung noch ein partnerschaftliches Verhältnis  möglich? Noch vor Kurzem hätte diese Frage absurd geklungen. Mittlerweile aber gibt es große Zweifel, weil das Klima auf politischer Ebene zwischen beiden Ländern immer frostiger wird. Von Dietrich Schröder

Mit der Forderung nach angeblich ausstehenden Reparationszahlungen für den mehr als sieben Jahrzehnte zurückliegenden Zweiten Weltkrieg stellen die Vertreter der nationalkonservativen Regierungspartei PiS infrage, was seit 1990 zwischen dem wiedervereinten Deutschland und dem demokratischen Polen an Aussöhnung und Zusammenarbeit erreicht wurde. Man denke an die deutsche Unterstützung für die EU-Osterweiterung und den Beitritt Polens zur Nato. An den Jugendaustausch, die Städtepartnerschaften, die Investitionen der deutschen Wirtschaft. Vor allem aber an die menschlichen Kontakte und auch an das Vertrauen, das zwar nicht zwischen der Mehrheit, aber doch zwischen zahlreichen Deutschen und Polen entstanden ist.

Die führenden Vertreter der PiS-Partei werfen Deutschland vor, sich seiner Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu entziehen. Das ist in hohem Maße irritierend. Zum Glück gibt es viele Menschen östlich von Oder und Neiße, die dazu eine völlig andere Meinung vertreten.

politik@lr-online.de