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Petersilie zum Wein

FOTO: k r o h n f o t o . d e
Berlin-Post. Der Drang, alten Namen neue zu geben, war schon in der einstigen DDR verbreitet. Man denke nur an den Weihnachtsengel, der zur "geflügelten Jahresendfigur" mutierte. Stefan Vetter

Heute findet CDU-Vize Julia Klöckner den Begriff "Weinkönigin" nicht mehr zeitgemäß. Der erinnere sie an eine Märchenwelt, und die Damen seien schließlich nicht "Petersilie, die bei einem Produkt dabei liegt", meinte Klöckner. Petersilie zum Wein? Komische Vorstellung. Als Alternativen schlägt die Unionsfrau "Weinbotschafterin" oder "Weinrepräsentantin" vor. Dabei war Klöckner selbst schon zweimal "Königin": 1994 wurde sie zur Nahe-Weinkönigin und dann 1995 zur Deutschen Weinkönigin gewählt. Bleibt als Trost, dass der Rebensaft auch unabhängig von derlei verbalen Spitzfindigkeiten weiter fließen wird. Genauso, wie man sich Weihnachten früher auch nicht durch geflügelte Unsinnigkeiten vermiesen ließ.