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| 19:30 Uhr

Kommentar
Patt in Washington

 Peter de Thiers
Peter de Thiers FOTO: LR
Wenn es darum geht, seine politische Basis bei Laune zu halten, dann kann Donald Trump bemerkenswert stur sein. Seit sechs Tagen sind nämlich in den USA  800 000 Regierungsbeamte entweder beurlaubt oder müssen unbezahlt den Dienst antreten und haben nicht die geringste Ahnung, wann sie zur Normalität zurückkehren werden.

Alles deutet darauf hin, dass sich der Verwaltungsstillstand in den USA bis ins neue Jahr erstrecken könnte. Der Stillstand der Regierungsgeschäfte ist ein Spiegelbild der politischen Dysfunktionalität in Washington.

Dass es so weit kommen konnte, liegt allein daran, dass sich Republikaner und Demokraten auf keinen Haushaltskompromiss einigen konnten, der den staatlichen Verwaltungsapparat finanziert. Trump beharrt auf der Freigabe von fünf Milliarden Dollar für eine Mauer entlang der mexikanischen Grenze, die er seinen Wählern versprochen hat.

Davon aber wollen Demokraten unter Hinweis auf die menschlichen Tragödien, die sich an der Grenze abspielen, nichts wissen. Tragödien, die ein narzistischer Präsident ignoriert, der aber vor einem bösen Erwachen steht, wenn die Demokraten ab Januar im Repräsentantenhaus wieder die Mehrheit stellen.