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Kommentar
Alarmstufe dunkelrot

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Brandenburgs SPD ist Meister der Selbstinszenierung. Parteitage laufen in der Regel kurz und schmerzlos ab, und meist ist alles prima. Am Samstag war das nicht so: Unter der glatten Oberfläche der Parteitagschoreographie gab es massive Brüche. Wenn Mitglieder der eigenen Partei attestieren, am Boden zu liegen, muss in der Parteizentrale Alarmstufe dunkelrot herrschen. Benjamin Lassiwe

Für einen wird das zur großen Herausforderung: Erik Stohn, den neuen General. Seine Wahl kann man als Stärkung für Woidke interpretieren. Man muss aber nicht. Denn seine Bewerbungsrede war nur auf dem Papier gut. Rhetorisch war der Vortrag eine Katastrophe. Was auf einem Posten, der in der Partei für die „Abteilung Attacke“ zuständig ist, schwierig ist. Weswegen der 33jährige, der im persönlichen Umgang souverän wirkt, noch jede Menge lernen muss.

 Aber er kann’s schaffen. Politisch zeigt Stohn richtige Ansätze: Will die SPD im Land punkten, darf sie nicht nur von Potsdam aus denken. Die Genossen sollten auf mahnende Stimmen aus den Regionen hören: Die Cottbuserin Kerstin Kircheis und der Großräschener Wolfgang Roick lagen mit ihrer Kritik an der Kreisreform richtig. Es ist Woidkes Tragik, sie nicht rechtzeitig ernst genommen zu haben. politik@lr-online.de