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| 02:42 Uhr

Ohne Scheu vor Politik und Banken

FOTO: dpa
Erneut eine Frau, erneut eine anerkannte Bankenexpertin: Claudia Buch (47) rückt in den Bundesbank-Vorstand auf. Die "Wirtschaftweise" wird Nachfolgerin von Sabine Lautenschläger, die vor einigen Wochen ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselte. dpa/sm

Buchs Expertise in Sachen Banken und Währungen kommt der Bundesbank gelegen in einer Zeit, in der die europäische Bankenaufsicht neu geregelt wird. Seit März 2012 gehört die Volkswirtschaftsprofessorin als einzige Frau dem Sachverständigenrat der Bundesregierung an. Die fünf "Wirtschaftsweisen" halten mit Kritik am Kurs der Regierung ebenso wenig hinter dem Berg wie die ansonsten medienscheue Wissenschaftlerin Buch. Zentrale Projekte der Koalition wie Mindestlohn und Renten griff sie in einem Radio-Interview an. Vehement forderte Buch mehr Engagement der Politik in der Euro-Schuldenkrise. Seit Jahren ermahnt sie die Bundesregierung, die Regulierung der Banken zu verschärfen. Die EZB werde auf Dauer nicht erfolgreich sein können, wenn der Bankensektor nicht grundlegend reformiert werde. "Wir dürfen nicht zu viel Zeit ins Land streichen lassen, sonst kommt uns die nächste Krise zuvor", hatte Buch der "Börsen-Zeitung" im Juni 2013 gesagt. Damals trat sie ihr Amt als Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) an.

Privates schottet die Wissenschaftlerin ab, nicht einmal ihr genaues Geburtsdatum verrät sie. Buch wurde im März 1966 in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) geboren und ist verheiratet. Die Präsidentschaft am IWH war nur ein kurzes Intermezzo von nicht einmal einem Jahr.

Buch studierte von 1985 bis 1991 in Bonn und im US-Bundesstaat Wisconsin Wirtschaftswissenschaften. Am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel leitete sie den Forschungsbereich Finanzmärkte. Nach zahlreichen Stationen als Gastforscherin kam sie 2004 mit 37 Jahren als Professorin für Wirtschaftstheorie mit Schwerpunkt Geld und Währung nach Tübingen (Baden-Württemberg). Dort leitete sie zudem das Institut für Angewandte Wirtschaftswissenschaften (IAW), bevor sie nach Halle wechselte.