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| 17:23 Uhr

Ockerschlamm in Lausitzer See
Kompromiss zugunsten der Spree

Cottbus. Soll der Ockerschlamm, der die touristisch attraktive Spree zur hässlichen braunen Spree macht, in einem Lausitzer See verklappt werden? Das ist ein Kompromiss, der Sinn macht – auch wenn eine Frage offen bleibt. Von Oliver Haustein-Teßmer

Der Bergbau-Sanierer LMBV erwägt, Ockerschlamm aus der Spree in den künftigen Meuroer See einzulagern. Es ist wichtig, das Problem der braunen Spree zügig anzugehen. Schließlich geht es um Millionen von Kubikmetern in den kommenden Jahrzehnten. Von dieser Altlast des Braunkohle-Bergbaus muss die Spree befreit werden. Der Fluss ist eine der Attraktionen in der Lausitz.

Dass Seen nicht überall geeignet sind, zeigt der erfolgreiche Protest einer Bürgerinitiative gegen die Verklappung von Ockerschlamm im Altdöberner See. Dort spricht das Interesse dagegen, den See für den Tourismus zu entwickeln. Außerdem ist beim Verspülen von Schlamm, auch wenn dies wie am Sedlitzer See schon gemacht wird, fraglich: Ist das auf Dauer ungiftig für Mensch und Umwelt? Alternativ wären Deponien, eine Verwertung des Schlamms zum Abdichten von Kali-Halden und für Industrieprodukte möglich.

Die schiere Masse macht allerdings Kompromisse notwendig. Ein Schlamm-Endlager auf dem Grund eines tiefen, unzugänglichen Sees erscheint da durchaus sinnvoll.