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| 10:08 Uhr

Nicht objektiv

Wenn mehrmals hintereinander zu wenig Anmeldungen für eine Schule vorliegen, bezahlen die Länder Brandenburg und Sachsen für diese Schulen auch keine Lehrer mehr. Sie sind ihnen dann schlicht zu teuer geworden.

An mittlerweile 100 Orten in Brandenburg und 148 Kommunen in Sachsen allerdings wurde den Ländern ein Strich durch diese Rechnung gemacht. Dort behaupten sich Privatschulen zwei Jahre lang ohne staatliche Hilfe und erzwingen so den rechtlichen Anspruch auf rund zwei Drittel der Lehrerkosten vom Land ab dem dritten Jahr. Schon aus Kostengründen will das Bildungsministerium keine private Schule gerade dort, wo zuvor eine staatliche geschlossen wurde oder noch schließen soll. So wundert es nicht, dass in Brandenburg die Zahl der vom Ministerium abgelehnten Anträge für Privatschulen steigt. Gleichzeitig hat das Land die Durststrecke der Erprobungsphase für diese Schulen von zwei auf drei Jahre verlängert. Erst im vierten Jahr beteiligt es sich finanziell. Dies nährt den berechtigten Verdacht: Das Potsdamer Bildungsministerium urteilt über Anträge für Privatschulen nicht immer objektiv. Längst müsste das eine unabhängige Institution tun, die nicht auf die Kosten dieser Schulen sieht, sondern auf deren Notwendigkeit.