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| 13:07 Uhr

Nächte, in denen Sturm aufzieht
Was das Leben ins Netz spült

 Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: LR / Sebastian Schubert
Wieder einmal zieht es Jojo Moyes hinaus aufs Meer. Aber es ist keine Postkartenidylle, die hier vermittelt wird. „Eine in Grau gehüllte Stadt am Meer wirkt immer wie ein Ort, aus dem jemand die Freude weggebürstet hat“, beschreibt es die Bestsellerautorin auf ihre unnachahmliche Art. Und auch jene, die der Einsamkeit an australischen Stränden weniger abzugewinnen vermögen, kommen nicht umhin, sich von ihr verlocken zu lassen, einzutauchen in jene „Nächte, in denen Sturm aufzieht“. Von Ida Kretzschmar

Und während sie den Gesang des Buckelwals gleichsam hörbar macht, Gesänge der Liebe und des Verlustes, vermischt mit Schmerz und Freude, erzählt sie auch Geschichten über die Menschen, mit allem, was das Leben so ins Netz spült.

Apropos Netz. Da ist auch von Geisternetzen die Rede, die so riesig sind und so undurchdringlich, dass es aus ihnen kein Entrinnen gibt. Wenn nicht Menschen eingreifen. So verfangen erscheint Liza auch ihr Leben. Mit ihrer Tochter ist sie ans Ende der Welt geflüchtet und findet Trost bei den Delfinen und Buckelwalen, die trotz ihrer furchteinflößenden Größe für sie zu den gutmütigsten Geschöpfen überhaupt gehören – und zu den einsamsten. Als ein Mann im geschniegelten Anzug diesen abgeschiedenen Ort zu einer hochklassigen Touristenattraktion machen will, scheint der letzte Zufluchtsort für die Kreaturen des Meeres und auch für Liza in Gefahr.

Doch trotz aller Haie, im Wasser wie zu Lande: Lizas Tochter stellt am Ende fest: Manchmal gibt es mehr Gutes auf der Welt, als man sich vorstellen kann. Klingt kindlich-naiv. Aber diese Autorin bringt es fertig, dass man die Hoffnung daran nicht aufgeben mag. Schon allein dafür hat sich die Neuausgabe von „Silver Bay“ – „Dem Himmel so nah“ gelohnt.

 Jojo Moyes: Nächte, in denen Sturm aufzieht. Rowohlt-Verlag, 474 Seiten, 19,99 Euro
Jojo Moyes: Nächte, in denen Sturm aufzieht. Rowohlt-Verlag, 474 Seiten, 19,99 Euro FOTO: Rowohlt Verlag