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Kolumne Post aus Dresden
Nachtsitzen für Bummelstudenten

Von Christine Keilholz
Von Christine Keilholz FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Der Mensch ist grundsätzlich schwach. Er weiß, dass er schwierige Sachen nicht aufschieben soll. Seine Mutter hat es ihm gesagt, die weiß es von ihrer Mutter. Schwierige Sachen, sagt Mutti, werden nämlich nicht leichter, wenn sie länger liegen.

Außerdem ist das Leben kurz. Das Studentenleben ist noch kürzer und es ist voller schwieriger Aufgaben. Hausarbeiten zum Beispiel, wie lästig! 15 bis 20 Seiten mit These, Theorieteil, Praxisteil, Analyse und Ergebnis zusammenzuschreiben, ist eben doch eine Aufgabe, die sich der überwiegende Teil der studierenden Menschheit gern bis kurz vor Torschluss aufspart.

Die Uni-Bibliothek Leipzig hat das erkannt. Neulich erst wieder stieg dort die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Das ehrwürdige Haus lockte dafür mit angenehmster Arbeitsatmosphäre. „Nutzen Sie die nächtliche Ruhe, um sich ungestört Ihren Hausarbeiten zu widmen und mit Gleichgesinnten auszutauschen“, so die Einladung. Dazu warb die Campus-Bibliothek zum wiederholten Male mit einem „breiten Angebot aus Workshops, individuellen Beratungen, Vorträgen und anderen kostenfreien Programmpunkten“. So lang ist die lange Nacht allerdings nicht, sie reicht streng genommen von 18 bis 22 Uhr. Das Leben ist halt kurz.