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Kommentar
Nachtigall, ick hör dir trapsen

Christian Taubert
Christian Taubert FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Meinung Wenn der Bund Jahr für Jahr 100 Millionen Euro für die Zukunft der Lausitz in die Hand nehmen würde; wenn dies für mehr als zehn bis 15 Jahre per Gesetz festgeschrieben wäre; wenn die Region über den Einsatz der Mittel zuvorderst entscheiden könnte – dann wäre das sicher ein wesentlicher Beitrag, um die Strukturentwicklung in der Lausitz zu befördern. Das hört sich nach einem Batzen Geld an. Die für das Zeitalter nach der Kohle vor der Region stehenden Herausforderungen, Strukturbrüche wie in den 1990er-Jahren zu verhindern, sind sicher aber noch viel größer.Das wissen auch die Akteure von Agora Energiewende. Ihr vom Bund zu finanzierendes Lausitz-Konzept wird der Region im Ansatz durchaus gerecht. Doch es hat ein Geschmäckle, dass die grünen Vordenker mit ihren Visionen zu einem Zeitpunkt nach Cottbus in die Lausitz kommen (in der sie noch nie waren), wo in Berlin „Jamaika“ auf den Weg gebracht werden soll. Hier ein Papier vorzulegen, das den Zeitrahmen des Kohleausstiegs praktisch auf heute verlegt hat - Nachtigall, ick hör dir trapsen. Denn in der Lausitz ist die Kohle als Brückentechnologie ins Zeitalter der Erneuerbaren nicht abgeschrieben – auch wenn parallel dazu an Strukturen für die Zukunft gearbeitet wird.

 christian.taubert@lr-online.de