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| 18:56 Uhr

Kommentar Pflege-Tüv
Nacharbeiten notwendig

Hajo Zenker
Hajo Zenker FOTO: MOZ
Über die Pflege wird gerade viel gesprochen. Weil es endlich mehr Personal geben soll. Aber auch, weil bessere Leistungen und höhere Bezahlung für die Pflegekräfte steigende Beiträge in der Pflegeversicherung nach sich ziehen. Von Hajo Zenker

Weniger im Blickfeld aber ist, dass noch immer viele mit der Frage allein gelassen werden: Welchem Pflegeheim, welchem Pflegedienst vertraue ich meinen Angehörigen an?

Hier sollte seit diesem Jahr ein neuer Pflege-Tüv helfen. Denn die bisherigen Beurteilungen führten zu häufig in die Irre – sie waren viel zu gut. Nun liegen zumindest Vorschläge für eine Veränderung auf dem Tisch. Weniger Aktenstudium, mehr Augenmerk auf den tatsächlichen Zustand der Pflegebedürftigen – das ist eine gute Idee. Und kann zu realistischeren Einschätzungen führen. Ob die Betroffenen und ihre Angehörigen diese aber auch gut einordnen können, kann man bezweifeln. So werden die selbst erhobenen Daten der Heime in eine Fünf-Punkte-Skala einsortiert, den Prüfern der Kassen stehen vier Kategorien zur Verfügung. Die sprachlich zum Teil unscharf sind. Und eine Bestnote soll noch immer trotz festgestellter Auffälligkeiten möglich sein. Das ist zu nachsichtig. Bis zum Start  2019 sollte hier nachgearbeitet werden. Um wirklich für Klarheit, Wahrheit, Verlässlichkeit zu sorgen.

 ⇥politik@lr-online.de