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| 10:04 Uhr

Kommentar
Raus aus der Gewaltspirale

Hannelore Grogorick
Hannelore Grogorick FOTO: Angelika Brinkop / LR
Gewalt ist genau so alltäglich wie befremdlich. Heute und hier ist es schon für die meisten Menschen undenkbar, politische Konflikte militärisch zu lösen. Wenn dann aber im Streit in der eigenen Familie Fäuste zum Einsatz kommen, dann zeigen Außenstehende sich erschüttert.

Doch wie lange dauert es oft, bis ein Familiendrama bekannt wird. Welches oft jahrelang erduldete Leid geht dem voraus. Angst, Unsicherheit, Einschüchterung, falscher Stolz, Zukunftsangst – es gibt viele Gründe, warum Betroffene in der Gewaltspirale mitschlittern. Hilfsangebote sind gut und nötig. Frauenhäuser etwa. Auch gibt es Häuser für Männer, die sich vor schlagenden und keifenden Frauen in Sicherheit bringen wollen.Die ganz großen Verlierer bei Gewalt in der Familie sind die Kinder. Selbst wenn sie nicht geschlagen werden, werden doch Herzchen und Seele regelrecht zerfetzt, wenn sie das Leiden ihrer Eltern miterleben müssen. Nicht nur die blauen Flecke und Schmerzen der Mutter machen Angst, sondern auch der am Tag danach reuige Vater ist verstörend.

Richtig und wichtig ist deshalb, von Gewalt in der Familie Betroffenen immer wieder Auswege und Rettungsanker aufzuzeigen. Solch eine tolle Idee wie die Bäckertüte mit aufgedruckten Notfallkontakten sollte Schule machen.
hannelore.grogorick@lr-online.de